Schweizer Filmpreis 2009: Nominationsprozedere wie bisher

10. Juni 2008 - 12:44

Die Nominationen für den Schweizer Filmpreis 2009 werden nicht wie beabsichtigt von der Schweizer Filmakademie vorgenommen. Im Interesse einer guten Premiere der neuen Filmpreisgala in Luzern – welche von der SRG SSR organisiert wird - hat sich das Bundesamt für Kultur (BAK) für die bisherige Durchführung der Nominationen ent-schieden. Das BAK stellt aber in Aussicht, den Filmpreis ab 2010 vollständig der am 27. Mai 2008 gegründeten Schweizer Filmakademie zu übergeben.

An einer gemeinsamen Medienorientierung am 23. Januar 2008 in Solothurn gaben Vertreter des Bundesamtes für Kultur, der SRG SSR, von Swiss Films, des Branchenverbandes Cinésuisse und der Solothurner Filmtage bekannt, dass künftig die Schweizer Filmakademie unter dem Patronat des Bundesamtes für Kultur die Nominationen für den Schweizer Filmpreis 2009 vornimmt und die SRG SSR die Preisverleihung in Form einer Gala durchführt.

In der Zwischenzeit ist klar, dass die Gala von der SRG SSR organisiert im KKL Luzern stattfinden soll (Medienmitteilung vom 16.4.08), die Schweizer Filmakademie wurde am 27. Mai gegründet und wäre bereit, ihre Arbeit aufzunehmen, damit dann am 23. Januar 2009 anlässlich eines Spezialanlasses im Rahmen der Solothurner Filmtage die Nominationen bekannt gegeben werden kön-nen. Zur Aufnahme der Tätigkeit der Schweizer Filmakademie fehlten aber bisher grundlegende Entscheide des Bundesamts für Kultur.

Diese Entscheidungen sind nun gefällt: Das Bundesamt für Kultur will aus politischen, rechtlichen aber auch zeitlichen Gründen die Schweizer Filmakademie nicht wie beabsichtigt mit dem Verfah-ren der Nomination für den Filmpreis 2009 beauftragen. Das BAK möchte für die erste Preisverlei-hung im neuen Rahmen alle Risiken ausschliessen und hält deshalb am bisherigen Verfahren fest. Damit habe man sich gemäss dem Direktor des BAK nicht gegen die Idee einer Filmakademie entschieden. Im Gegenteil, er wäre bereit, den gesamten Filmpreis ab 2010 an die Filmakademie ab-zutreten, die dann selber verantwortlich wäre, die notwendigen Ressourcen zu generieren.

Für die Vertreter der Schweizer Filmakademie ist dieser Entscheid enttäuschend. Seit Frühling 2007 wurden die Vorgaben und Voraussetzungen für die Gründung der Filmakademie und Durch-führung der Nomination mit der Sektion Film diskutiert. Die Akademie hat alle Voraussetzungen auf ihrer Seite geschaffen, leider war die Sektion Film bis zum heutigen Tag nicht in der Lage, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen und längst anstehende Entscheide zu fällen. Die Akademievertreter nehmen den Entscheid des BAK zur Kenntnis. An der nächsten Versammlung der Gründungsmitglieder der Schweizer Filmakademie wird geprüft, ob die Einführung einer Filmakademie unter diesen neuen Voraussetzungen überhaupt weiterverfolgt wird.