Der Ehrenpreis

Gemeinsam mit dem Leiter der Sektion Film (BAK) unterbreitet der Vorstand der Filmakademie dem Bundesamt für Kultur BAK jedes Jahr einen Vorschlag für die Ehrung einer herausragenden Persönlichkeit: ihr Gesamtwerk oder aussergewöhnliches Engagement soll die Schweizer Filmgeschichte und Filmkultur bis heute massgeblich geprägt haben und von grosser gesellschaftlicher Bedeutung sein.

Der Ehrenpreis ist mit CHF 30‘000 dotiert.

Ehrenpreis 2017

Standing Ovations für Bruno Ganz: Der Ehrenpreis des Schweizer Filmpreises 2017 geht an Bruno Ganz. Ganz ist einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schauspieler, vielfach preisgekrönt und im internationalen Film wie auch Theater in unzähligen Produktionen anzutreffen.Die Auszeichnung würdigt das aussergewöhnliche Lebenswerk des Schauspielers. Bundesrat Alain Berset überreichte Bruno Ganz den «Quartz» anlässlich der 20. Verleihung des Schweizer Filmpreises am 24. März 2017. Das Publikum im Bâtiment des Forces Motrices in Genf ehrte den Künstler mit Standing Ovations.

Ehrenpreis 2017

Das Bundesamt für Kultur ehrt den Chef-Kameramann Renato Berta mit dem Ehrenpreis des Schweizer Filmpreises 2016. Der Tessiner Kameramann Renato Berta hat den europäischen Autorenfilm der letzten 45 Jahre entscheidend mitgeprägt. Als Schlüsselfigur unter den Erneuerern des Kinos sucht er nach Lösungen abseits gängiger Bildmatrizen. Seine Zusammenarbeit mit grossen Regisseuren macht ihn zu einem Bildgestalter von internationalem Rang.

Jean-Luc Godard

Jean-Luc Godard wird vom Bundesamt für Kultur BAK im Rahmen des Schweizer Filmpreises 2015 für sein filmisches Gesamtwerk mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. Er gilt als einer der führenden Vertreter der Nouvelle Vague.

Alexander J. Seiler

Der Autor und Produzent Alexander J. Seiler wird vom Bundesamt für Kultur für sein filmisches und publizistisches Gesamtwerk ausgezeichnet. Er zählt zu den Pionieren des Neuen Schweizer Films, die ab Mitte der 1960er-Jahre internationale Beachtung fanden. Mit Alexander J. Seiler wird einer der Gründerväter des Neuen Schweizer Films mit dem Ehrenpreis gewürdigt. Bundesrat Alain Berset überreichte dem engagierten Filmautor und Filmproduzenten die «Quartz»-Trophäe anlässlich der Verleihung des Schweizer Filmpreises am 21. März im Schiffbau in Zürich.

Jacqueline Veuve

Die Westschweizer Dokumentarfilmerin Jacqueline Veuve wird im Rahmen des Schweizer Filmpreises 2013 mit dem Ehrenpreis für ihr Schaffen gewürdigt. Jacqueline Veuve ist die Grande Dame des Schweizer Dokumentarfilms und gilt als eine der wichtigsten Chronistin unserer Zeit. Ihr Werk ist ein Teil des Gedächtnisses der Schweiz. Jacqueline Veuve hat bisher über 60 kürzere und längere Dokumentarfilme realisiert, die an Festivals in aller Welt gezeigt und mit internationalen Preisen ausgezeichnet wurden.

Der Regisseur und Autor Rolf Lyssy wird für sein ausserordentliches Werk mit dem Ehrenpreis gewürdigt. Mit «Die Schweizermacher» (1978) schuf er den erfolgreichsten Schweizer Film der letzten 50Jahre. Seine Karriere begann 1964: Er arbeitete bei Filmen von Reni Mertens und Walter Marti sowie von Alain Tanner mit. Sein aktuelles Werk «Ursula – Leben in Anderswo» (2011) knüpft an Mertens und Martis Film «Ursula oder das unwerte Leben» (1966) an. Erste Anerkennung als Regisseur und Autor fand er 1975 mit «Konfrontation», der Geschichte eines Attentates auf einen NSDAP Gruppenleiterin Davos. Innerhalb der 40-jährigen Schaffensphase entstand ein vielfältiges Œuvre mit Spiel- und Dokumentarfilmen. Im Buch «Swiss Paradise» verarbeitete Lyssy die Lebenskrise, in welche der Filmautor Ende der 90er-Jahre geriet. Nach dem unvergesslichen Film «Die Schweizermacher» folgten die ebenfalls erfolgreichen Spielfilme «Teddy Bär» (1983) und «Leo Sonnyboy» (1989). Zu seinen jüngeren dokumentarischen Arbeiten zählen die Filme «Schreiben gegen den Tod» (2002), «Wäg vo de Gass!» (2004), «Die Vitusmacher» (2005) und «Hard(ys) Life» (2009).

 

Mit Marcel Hoehn wird ein erfolgreicher Schweizer Filmproduzent gewürdigt. Seine Karriere nahm ihren Anfang mit der Produktion von Rolf Lyssys «Die Schweizermacher» (1978), der nach wie vor erfolgreichste Schweizer Film der letzten 40 Jahre. Unvergesslich sind ebenfalls die in langjähriger Zusammenarbeit mit Daniel Schmid entstandenen Werke «Hécate» (1982), «Il Bacio di Tosca» (1984), «The Written Face» (1995) und «Beresina» (1999). Der Mitgründer und Geschäftsführer der Zürcher T&C Film AG produzierte die erfolgreichen Filme von Christoph Schaub, u.a. «Jeune Homme» (2006) und «Giulias Verschwinden» (2009). Das langjährige Mitglied der Eidgenössischen Filmkommission und verschiedener Fachkommissionen geniesst dank profunder Kenntnis und seinem ausdauerndem Engagement für den Schweizer Film grosse Achtung der Branche.

Mit dem diesjährigen Ehrenpreis wird der gebürtige Genfer Claude Goretta gewürdigt, der den Schweizer Film entscheidend beeinflusst hat. Bereits in seiner Studienzeit interessiert sich Goretta für das Medium Film und gründet den «Ciné-club universitaire». Ein Aufenthalt am British Film Institut in London Mitte der 50er Jahre prägt ihn nachhaltig. Er lernt dort das britische Dokumentarfilmschaffen und die Free-Cinema-Bewegung kennen. Zusammen mit Alain Tanner produziert er den Kurzfilm «Nice Time» (1957), der am Filmfestival Venedig ausgezeichnet wird. Zurück in der Schweiz beginnt er seine Laufbahn beim Westschweizer Fernsehen, für das er Dokumentarfilme, Reportagen sowie Literaturverfilmungen und Theateradaptionen produziert. 1968 begründet Goretta zusammen mit Alain Tanner, Michel Soutter, Jean-Louis Roy und Jean-Jacques Lagrange die «Groupe 5», die das unabhängige Filmschaffen in der Westschweiz massgeblich prägt. Ab 1970 realisiert Claude Goretta Kinospielfilme, die sowohl in der Schweiz als auch im Ausland Anerkennung finden. Viele seiner Filmprojekte produziert er gemeinsam mit Frankreich, wo er auch eine besondere Popularität geniesst. In seinen Filmen interessiert sich Goretta vor allem für das Leben und den Alltag der «einfachen» Leute, die er auf feinfühlige und respektvolle Weise darstellt. Zu seinen internationalen Erfolgen zählen «L’invitation» (1973) und «La dentellière» (1977), die an den Filmfestspielen in Cannes preisgekrönt wurden, oder auch die Ramuz-Adaption «Si le soleil ne revenait pas» (1987). Seine jüngsten Werke «La fuite de Monsieur Monde» (2004) und der zweiteilige Fernsehfilm «Sartre, l’âge des passions» (2006) stiessen bei ihrer Ausstrahlung im französischen und Westschweizer Fernsehen auf grosse Resonanz.