Der Spezialpreis der Akademie

Eine vom Eidgenössischen Departement des Innern eingesetzte Nominierungskommission aus fünf Akademiemitgliedern unterbreitet dem Bundesamt für Kultur jedes Jahr einen Vorschlag für den Spezialpreis der Akademie. Mit dem Preis wird eine herausragende Leistung technisch künstlerischer Art gewürdigt, die nicht in einer der zwölf Kategorien abgedeckt ist: zum Beispiel Ton, Sounddesign, Ausstattung, Maske, Kostüme, Visual Effects, Casting, etc.
Der Spezialpreis ist mit CHF 5‘000 dotiert.

Die Nominierungskommission ehrt die Arbeit und das Engagement von Marie-Eve Hildbrand am Entwicklungs- und Produktionsprozess von Ma Vie de Courgette. Beim Animationsfilm liegt das Herz der Figuren sozusagen in den Händen der Animateure, und in diesem Fall lag es zu einem grossen Teil auch in den sehr menschlichen Stimmen der Schauspielerinnen und Schauspieler – mehrheitlich waren es hier Kinder. Mit ihrer Arbeit als Stimmencasterin, aber auch mit ihrer Anleitung der Schauspielerinnen und Schauspieler und mit dem Schnitt der Stimmen hat Marie-Eve Hildbrand zu einer starken Identifikation des Publikums mit den Fantasiefiguren des Regisseurs beigetragen.

Spezialpreis 2016

Der Spezialpreis der Akademie 2016 geht an zwei Filmtonmeister. Guido Keller für die Tonmischung von "Köpek" und Jacques Kieffer für die Tonmischung von "Above and Below". Mit der präzisen Balance zwischen allen Elementen der Film-Tonspur schaffen sie eine überzeugende Dramaturgie und ein treibendes Element der Erzählung. Präzise und dicht, aber nie schreiend und effekthascherisch. Beide Tontechniker sind Teilhaber der Magnetix Tonstudios in Zürich, einer Gruppe von Tonkreativen, die den guten Ton im Schweizer Film seit Jahrzehnten entscheidend mitprägt.

Patrick Lindenmaier hat elf für den Schweizer Filmpreis 2015 vorgeschlagenen Filmen mit viel Einfühlsamkeit, exquisitem Knowhow und regem Erfindergeist zu ihrem finalen Look und ihrer individuellen Ausstrahlung verholfen. Er ist ein überaus versierter Techniker – um nicht zu sagen Künstler –, dessen herausragende Arbeit die verschiedenen Landesteile der Schweiz verbindet und den qualitativ guten Ruf des Schweizer Films in der Welt nachhaltig mitprägt.

Der Spezialpreis der Schweizer Filmakademie 2014 geht an die Kostümbildnerin Françoise Nicolet für ihren bemerkenswerten Beitrag zu den Filmen "Les grandes ondes (à l'ouest)" und "Left Foot Right Foot", eine präzise Arbeit, die bei beiden Filmen nicht auf Effekte abzielt sondern die Werke unterstützt und den Figuren Authentizität verleiht.

Die Montage von Karine Sudan in  «Hiver nomade» macht die Reise eines Hirtenpaars und ihrer Herde zu einem berührenden und spannenden Road-Movie. Dank ihrem sichereren Gespür für Rhythmus offenbart sich in der harschen Winterlandschaft eine Geschichte voller Poesie, Wärme und Menschlichkeit.

Der Spezialpreis der Akademie geht an Gion-Reto Killias für die herausragende Montage in den drei Filmen «Abrir puertas y ventanas», «Day Is Done» und «Eine wen iig, dr Dällebach Kari». Für drei Filme, die unterschiedlicher nicht sein könnten, hat Gion-Reto Killias mit seiner Schnittarbeit die richtige Sprache und den richtigen Rhythmus gefunden. Was seine Arbeit auszeichnet, ist sein sensibler Umgang mit Emotionen und das Zugänglichmachen und Eröffnen einer vielschichtigen Dramaturgie.

«Gerald Damovskys Szenenbild trägt Wesentliches zu jener schaurig düsteren Atmosphäre bei, die das «Sennentuntschi» zu einem wuchtigen, abgründigen und absolut unschweizerischen Alpenthriller macht.»

Die Ausstattung eines Filmes unsichtbar zu machen, das prägt das Production Design von Gerald Damovsky. Damit gibt er dem Zuschauer gewollt einen Freiraum, um die eigenen Visionen frei zu entwickeln und sich von der Realität zu verabschieden und in die Fiktion abzutauchen. Neben zahllosen Werbespots wurde er für den Kinospielfilm «Mein Name ist Eugen» mit dem Züricher Filmpreis ausgezeichnet. «Sennentuntschi» ist nach «Mein Name ist Eugen» die zweite Zusammenarbeit mit Michael Steiner.